Im Bewusstsein der Zeit


Das Bild und die Gemeinschaft in unseren Ortschaften sind das Ergebnis einer langen historischen Entwicklung. Dabei ist jede Ortschaft anders und hat ihre eigene Tradition.

Als Kind zweier Eltern, die nach der Flucht aus Ostpreußen und Schlesien in Grünenplan ihre zweite Heimat gefunden haben, kann ich beurteilen, was Herkunft, Neuanfang und Aufbau heißt.

Im Jahr 2025 haben wir in Delligsen ein schönes Fest anlässlich des 1.175-jährigen Bestehens gefeiert. Im Vergleich dazu ist Grünenplan ein junger Ort, der erst im Jahr 1744 entstanden ist. Die Unterschiedlichkeit aller Ortschaften unserer Gemeinde betrachte ich nicht als trennendes Element. Vielmehr können wir uns in einer großen Gemeinschaft gegenseitig bereichern. Dieser Zusammenhalt macht den besonderen Charakter unserer Gemeinde aus.

Nur im Bewusstsein der Vergangenheit können wir unsere jetzige Situation richtig einschätzen. Wenn wir Leerstände sehen, stellt sich die Frage "Wie war es früher?". Wenn wir eines unserer schönen Museen besuchen, tauchen wir ein in die Zeit unserer Vorfahren. Wenn wir alte Flurbezeichnungen lesen, erfahren wir etwas über die Zeit vor der Besiedlung. All das hilft, aktuelle Sachverhalte zu bewerten und für die Zukunft die richten Entscheidungen zu treffen.

Als bestellter Ortsheimatpfleger von Grünenplan versuche ich, alte Dokumente, Bilder und Gegenstände aufzubewahren, bevor sie unwiederbringlich verschwinden. So kann auch nachfolgenden Generationen gezeigt werden, wie sich die Zivilisation in unseren Orten im Laufe der Zeit entwickelt hat. Dazu gehört auch die plattdeutsche Sprache, die ich noch von meinem Vater im Ohr habe, selbst aber schon nicht mehr sprechen kann. Alte Texte aufzubewahren heißt auch, vorangegangene Generationen in Ehren zu halten.